Studierst du noch oder lernst du schon?
Ich habe 2 Themen auf dem Herzen des Studiums bezüglich:
1. Bafög und diese Zeitarbeitsfirmen
2. Studieren mit dem Bätschelöhr (ich hoffe ich krieg die letzte und alles entscheidende Rose und bin die Auserwählte! Huch…)
Zum 1. Punkt:
Mir ist vor gar nicht allzu langer Zeit bewusst geworden, dass wenn ich direkt von der Firma für die ich eingesetzt werde, arbeiten würde und nicht über eine Zeitarbeitsvermittlung, ich kein Bafög nötig hätte. Jedenfalls nicht in dem Rahmen. Einen Bruchteil vom Bafög. Da ich aber, wie viele andere Menschen heutzutage, für einen Job eingesetzt werde, der üblicherweise genau den doppelten Stundenlohn vorraussetzt, für einen “Hungerlohn” bezahlt werde. Andere erwischt es wesentlich schlimmer als mich - ich hab ja Bafög, vom Staat - diese werden von ihren Firmen auf die Straße gesetzt und dann für den selben Job den sie vorher ausgeübt haben per Zeitarbeitsvermittlung eingesetzt - aber zum Bruchteil ihres vorherigen Einkommens. Diese Menschen müssen Familien durchbringen u.ä. . Hallo? Irgendwas kann doch an dem System so wie es ist, nicht richtig laufen. Kapitalismus hin oder her - DAS geht auf Dauer schief! Der Staat kann doch nicht dafür hinhalten, dass die Firmen heutzutage immer mehr Gewinne (!) machen und der Staat immer mehr Pleite geht - und der Bürger, der letztendlich der Staat ist, die Gewinne bringt auf mehrfacheweise! Nicht nur durch den Konsum, sondern 2-fach durch die Ausbeutung seiner Arbeitskraft UND die Abgaben an den Staat. Wie wird denn Bafög bezahlt? Woher kommt denn das Geld? Woher kommt auch das Geld für die Zuschüsse vom Arbeitsamt, dem Sozialamt etc.?! Das kann’s doch nicht sein!
Noch habe ich fast den Höchstsatz beim Bafög - da ich aber über die Grenze dazuverdiene, wird mir etwas abgezogen. Und ich bin froh drum! Warum? Weil ich einen Teil von meinen Kosten selbst decken kann ohne vom Staat abhängig zu sein! Ich bin dankbar, dass ich Bafög bekomme - aber ich wäre viel stolzer drauf, wenn ich nebem dem Studium tatsächlich meine Kosten alleine decken könnte.
Zum 2. Punkt:
Gestern hatten wir eine private Nachhilfestunde bei unserem Prof für Baustoffkunde, was ich wirklich lobenswert finde, denn im Gegensatz zu anderen Profs, unterstützt er uns wo er nur kann. Umso schader finde ich es, dass die Evaluation von ihm wieder so schlecht ausfiel. Wie dem auch sei, mir fiel auf, dass wir alle nur jammerten “Und in der Klausur? Die Klausur? Steht das in der Klausur? Klausur? Klausur?! ….” usw. - da sprach er das auch allgemein an, dass es allgemein wichtig ist, dieses und jenes zu lernen und es nicht nur Klausur relevant sein sollte.
Das Thema hatte ich beim Lernstreik mit meinem Zimmernachbarn auch angesprochen. Das er in einem Seminar auch nur hörte von den Leuten “Ist das Klausur relevant? Nicht? Egal. Ja? Ok!” - und ich das auch total traurig fand und dass dies ja nicht der Sinn und Zweck eines Studiums sein kann, nur nach Klausur zu lernen. Doch auch ich fragte, ob es Klausur relevant ist. Was mich selbst irritierte. Warum bin ich so erpicht alles nur nach Klausur zu lernen? Ich will bestehen, ich will eine gute Note - aber dann hätte ich ja prinzipiell mich täglich mit auseinandersetzen müssen. Geht das? Es muss gehen - es ist ja letztenlich auch meine Pflicht meinem Studium ggü. und somit mir selbst. Doch kann ich das wirklich erbringen? Es ist alles so zeitlich begrenzt, man muss schnell husch husch alles zusammen klöppeln und vergisst die Zeit - manchmal denk ich mir auch “kann ich mir nicht etwas Zeit bei eBay kaufen?!” - ein Semester ist wirklich nicht viel und als Mensch hat man den Kopf auch nicht immer beisammen und denkt auch an andere Dinge als Beton oder wie jetzt das Dach des Nachbarn konstruiert ist. Okay, ich schon.. trotzdem… in der Schule? Da hab ich mich für viele Themen sehr interessiert und hab auch unabhängig von den Arbeiten mich mit verschiedensten Themen zum Thema auseinandergesetzt und gelernt. Tu ich das jetzt auch?
Ich merke langsam auch, dass es leider viel zu sehr darauf getrimmt ist “Klausur relevant?” .. so möchte ich nicht studieren. Ich studiere des Studiums willen und nicht stur nach Schema F. :-(
Auch hab ich auch mitbekommen, dass ich es im Gegensatz zu anderen Bachelor Studenten noch sehr einfach habe. Andere haben ihre Module und regelmäßig im Anschluss ihre Klausur. Wenn sie eine Klausur im Semester nicht packen oder ein Testat fehlt - dürfen sie das ganze Semester nachholen. Das kann’s doch mal WIRKLICH nicht sein? Nur auf eine Klausur vorbereiten und die dann abhaken? So lernt man doch nichts - so wird nicht auswendiggelerntes abgefragt - mehr aber nicht. Da kann doch nichts Gutes bei rauskommen… oder?
This entry was posted on Dienstag, Januar 26th, 2010 at 09:51 and is filed under Dingens, Gedanken, Gießen, äh.... You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.
Sach's!
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